Chardonnay
Chardonnay ist die wandlungsfähigste weisse Rebsorte der Welt: vom stahligen Chablis bis zum buttrigen Barrique-Wein – und unverzichtbar für Champagner.
Steckbrief
- Farbe
- Weiss
- Aromen
- Apfel, Zitrus, Ananas; mit Holz Butter und Brioche
- Körper
- Mittel bis kräftig, je nach Ausbau
- Säure
- Moderat bis frisch
- Hauptgebiete
- Burgund, Champagne, weltweit verbreitet
Geschmacksprofil
- Körper
- Säure
- Süsse
- Alkohol
Chardonnay stammt aus dem Burgund und ist heute auf der ganzen Welt zu Hause. Die Sorte selbst ist relativ neutral – ihr Charakter entsteht massgeblich durch Klima und Kellerarbeit. Genau das macht sie zum Chamäleon: Aus kühlen Lagen wie Chablis kommen schlanke, mineralische Weine mit Zitrus- und Apfelnoten; aus warmen Regionen und mit Ausbau im Barrique entstehen üppige, cremige Weine mit Aromen von Ananas, Butter und geröstetem Brioche.
Die Butternote stammt übrigens nicht von der Traube, sondern vom Keller: Bei der malolaktischen Gärung wird die spitze Apfelsäure in mildere Milchsäure umgewandelt – ein Verfahren, das bei Chardonnay besonders oft eingesetzt wird. Auch im Schaumwein ist die Sorte eine Grösse: In der Champagne liefert sie Finesse und Frische, ein «Blanc de Blancs» besteht zu hundert Prozent aus Chardonnay. In der Schweiz wächst sie unter anderem in Genf, Neuenburg und im Wallis.
Kulinarisch richtet sich alles nach dem Stil: Ein ungeholzter Chardonnay passt zu Fisch, Sushi und Apéro, ein im Holz ausgebauter zu Poulet an Rahmsauce, Krustentieren oder gebratenem Fisch mit Buttersauce.
Im Alltag
«Ich mag keinen Chardonnay» heisst oft nur: kein Holz. Probier einen ungeholzten Chablis aus dem Stahltank – er schmeckt komplett anders als ein buttriger Barrique-Chardonnay.