Graubünden
auch: Bündner Herrschaft, Grischun
Graubünden, allen voran die Bündner Herrschaft, gilt als das «Burgund der Schweiz»: kleine Fläche, grosse Namen und Pinot Noir auf Weltklasse-Niveau.
Steckbrief
- Land
- Schweiz
- Klima
- Föhngeprägt warm im Herbst, kühle Bergnächte
- Leitsorten
- Pinot Noir, Chardonnay, Completer
- Bekannt für
- Bündner Herrschaft, «Burgund der Schweiz»
- Böden
- Kalkschutt und Bündnerschiefer
Das Bündner Weinbaugebiet ist klein – gut 400 Hektaren –, aber sein Ruf ist riesig. Das Herzstück ist die Bündner Herrschaft im Churer Rheintal mit den Dörfern Fläsch, Maienfeld, Jenins und Malans. Hier sorgt der warme Föhn im Herbst für perfekte Ausreifung, während die Bergluft die Nächte kühlt: ideale Bedingungen für Pinot Noir, der rund drei Viertel der Fläche belegt.
Die Böden bestehen vor allem aus Kalkschutt der umliegenden Berge und Bündnerschiefer – eine Kombination, die an das Burgund erinnert und den Weinen Finesse und Mineralität gibt. Tatsächlich hat sich die Region den Übernamen «Burgund der Schweiz» verdient: Winzerinnen und Winzer wie Gantenbein oder Studach erzielen Preise und Bewertungen, die mit der Côte d'Or mithalten. Neben Pinot Noir gedeihen auch Chardonnay und der traditionelle Completer, eine alte Bündner Weisssorte.
Bündner Pinot Noir ist typischerweise duftig, mit klarer Kirschfrucht, feinem Tannin und kühler Frische – eher elegant als wuchtig. Die Mengen sind klein und die Top-Weine schnell ausverkauft; es lohnt sich, direkt bei den Weingütern anzufragen. Ein Spaziergang von Fläsch nach Malans im Oktober, wenn die Reben golden leuchten, zeigt dir auf wenigen Kilometern eine der schönsten Weinlandschaften des Landes.
Im Alltag
Willst du einmal Schweizer Spitzen-Pinot erleben, ohne Burgund-Preise zu zahlen? Frag im Fachhandel nach einem Pinot Noir aus Malans oder Fläsch aus einem guten Jahrgang.