Rebsorte

Merlot

Merlot ist die weiche, zugängliche Rotweinsorte aus Bordeaux – und seit über hundert Jahren die Leitsorte des Tessins.

Steckbrief

Farbe
Rot
Aromen
Pflaume, Schwarzkirsche, Schokolade, Kräuter
Körper
Mittel bis kräftig
Tannin
Weich und rund
Säure
Moderat
Hauptgebiete
Bordeaux (rechtes Ufer), Tessin, weltweit verbreitet

Geschmacksprofil

Körper
Säure
Tannin
Süsse
Alkohol

Merlot stammt aus Bordeaux, wo er am rechten Ufer der Gironde – etwa in Pomerol und Saint-Émilion – die Hauptrolle spielt und am linken Ufer dem Cabernet Sauvignon Fülle und Charme beisteuert. Die Sorte reift früher als Cabernet, hat dickere Frucht, weichere Tannine und liefert rundere, samtigere Weine mit Aromen von Pflaume, Schwarzkirsche und Schokolade.

Für die Schweiz ist Merlot eine besondere Geschichte: Nach der Reblauskatastrophe suchte das Tessin um 1900 eine neue Leitsorte und fand sie im Merlot. Heute ist «Merlot del Ticino» das Aushängeschild der Südschweiz – von leichten, im Stahltank ausgebauten Versionen bis zu kraftvollen Barrique-Weinen, die mit Bordeaux mithalten. Eine Tessiner Spezialität ist der weiss gekelterte «Merlot bianco».

Merlot ist die ideale Einstiegssorte für Rotwein: genug Körper, um satt zu wirken, aber ohne die harten Tannine, die Anfänger oft abschrecken. Er passt zu Braten, Pasta mit Fleischsauce, Hartkäse und herbstlichen Gerichten. Weil er weltweit in allen Preisklassen angebaut wird, lohnt sich der Blick auf die Herkunft – ein guter Tessiner oder ein Saint-Émilion zeigt, wie viel Tiefe in dieser oft unterschätzten Sorte steckt.

Im Alltag

Unsicher, welcher Rotwein der gemischten Runde schmeckt? Ein Merlot del Ticino ist weich und mehrheitsfähig – kaum jemand findet ihn zu herb oder zu sauer.