Bordeaux
auch: Bordelais
Bordeaux ist das berühmteste Rotweingebiet der Welt: Cuvées aus Cabernet Sauvignon und Merlot, geprägt vom Atlantik und vom Gegensatz zwischen linkem und rechtem Ufer.
Steckbrief
- Land
- Frankreich
- Klima
- Maritim-mild, vom Atlantik geprägt
- Leitsorten
- Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Sauvignon Blanc, Sémillon
- Bekannt für
- Rote Cuvées, Klassifikation von 1855, Sauternes
- Böden
- Kies am linken, Ton und Kalk am rechten Ufer
Bordeaux liegt im Südwesten Frankreichs am Atlantik und ist mit über 100'000 Hektaren eines der grössten Qualitätsweingebiete der Welt. Das Klima ist maritim: mild, feucht, von Golfstrom und Pinienwäldern geschützt. Fast alle Rotweine sind Cuvées, also Verschnitte mehrerer Sorten – die Idee dahinter: Was einer Sorte in einem Jahr fehlt, gleicht die andere aus.
Der Schlüssel zum Verständnis ist die Geographie der Flüsse Garonne und Dordogne. Am linken Ufer, im Médoc und in Graves, liegen tiefe Kiesböden, die Wärme speichern und perfekt entwässern – ideal für den spät reifenden Cabernet Sauvignon, der hier strukturierte, tanninreiche, langlebige Weine gibt. Am rechten Ufer, in Saint-Émilion und Pomerol, dominieren kühlere Ton- und Kalkböden, auf denen Merlot brilliert: weichere, früher zugängliche Weine. Dazu kommen trockene Weissweine aus Sauvignon Blanc und Sémillon sowie die legendären edelsüssen Sauternes.
Bordeaux ist auch ein Handelssystem: Die Klassifikation von 1855 teilte die Spitzengüter des Médoc in fünf Ränge ein und gilt bis heute. Lass dich von den Prestige-Preisen der «Grands Crus Classés» nicht abschrecken – die Region produziert Tausende erschwinglicher Châteaux, und ein einfacher Bordeaux Supérieur zeigt dir den Stil für unter zwanzig Franken.
Im Alltag
Merk dir die Faustregel im Laden: Médoc oder Graves auf dem Etikett bedeutet Cabernet-betont und kräftig, Saint-Émilion oder Pomerol bedeutet Merlot-betont und weicher.