Ton
auch: Tonboden, Lehm
Tonböden sind schwer, kühl und speichern viel Wasser – sie bringen runde, fleischige Weine mit weichem Tannin hervor, allen voran Merlot am rechten Ufer von Bordeaux.
Steckbrief
- Typische Regionen
- Bordeaux (rechtes Ufer), Rioja, Toskana
- Wirkung auf den Wein
- Rund, fleischig, weiches Tannin, viel Körper
- Typische Sorten
- Merlot, Tempranillo, Sangiovese
- Wasserhaushalt
- Speichert viel Wasser, bleibt kühl
- Beste Kombination
- Ton gemischt mit Kalk oder Kies für gute Drainage
Ton besteht aus winzigen, dicht gepackten Mineralpartikeln. Der Boden fühlt sich feucht und schwer an, speichert Wasser hervorragend und erwärmt sich im Frühling nur langsam. Für die Rebe heisst das: eine stetige, grosszügige Versorgung mit Wasser und Nährstoffen, selbst in heissen Sommern.
Diese Üppigkeit schmeckst du im Glas. Weine von Tonböden wirken meist rund, fleischig und grosszügig, mit weichem Tannin und viel dunkler Frucht – eher Samt als Spannkraft. Weil der Boden kühl bleibt, reifen die Trauben langsamer, was den Weinen trotz ihrer Fülle Balance gibt. Früh reifende Sorten kommen damit am besten zurecht: Merlot ist der Klassiker auf Ton, wie die berühmten Lagen von Pomerol am rechten Ufer von Bordeaux zeigen.
Auch in der Rioja und der Toskana mischen sich Tonanteile in die Böden und geben Tempranillo und Sangiovese Körper und Saftigkeit. Reiner Ton kann allerdings zur Falle werden: Bei viel Regen staut sich das Wasser, bei Dürre wird der Boden hart wie Beton. Die besten Lagen kombinieren Ton deshalb mit Kalk oder Kies, die für Drainage sorgen.
Im Alltag
Magst du Rotweine weich und rund statt herb, suche nach Merlot von Ton-Lagen – etwa vom rechten Bordeaux-Ufer. Das ist der samtigste Einstieg in die Bordeaux-Welt.