Kies
auch: Kiesboden, Schotter
Kiesböden bestehen aus rundgeschliffenen Flusssteinen, die Wärme speichern und Wasser rasch ableiten – die Heimat grosser Cabernet-Sauvignon-Weine in Bordeaux.
Steckbrief
- Typische Regionen
- Bordeaux (Médoc, Graves), Tessin
- Wirkung auf den Wein
- Dicht, strukturiert, reifes Tannin, lagerfähig
- Typische Sorten
- Cabernet Sauvignon, Merlot
- Besonderheit
- Steine speichern Wärme und helfen späten Sorten beim Reifen
- Wasserhaushalt
- Sehr durchlässig, zwingt die Wurzeln in die Tiefe
Kies entsteht dort, wo Flüsse über Jahrtausende Geröll abgelagert haben. Die rundgeschliffenen Steine bilden tiefgründige, lockere Böden, durch die Regenwasser sofort versickert. Die Rebwurzeln wachsen mehrere Meter tief, um an Feuchtigkeit zu kommen – das macht die Reben robust gegen Trockenheit und sorgt für kleine, konzentrierte Beeren.
Die Steine wirken zudem wie ein Heizkörper: Tagsüber speichern sie Sonnenwärme, abends strahlen sie diese an die Trauben ab. Spät reifende Sorten wie Cabernet Sauvignon profitieren enorm davon, denn sie brauchen jedes Grad, um ihre Tannine voll auszureifen. Genau deshalb dominiert Cabernet am linken Ufer von Bordeaux, wo die berühmten Kiesbänke des Médoc und der Graves liegen – die Appellation Graves trägt den Kies sogar im Namen.
Weine von Kies sind häufig dicht und strukturiert, mit reifem, aber festem Tannin und dunkler Frucht wie Cassis. In der Schweiz findest du kiesige Schwemmböden etwa in Teilen des Tessins, wo Merlot wächst. Faustregel: Kies bedeutet Wärme und Tiefgang, also kraftvolle Rotweine mit Lagerpotenzial.
Im Alltag
Planst du ein Stück Rindfleisch vom Grill, passt ein Bordeaux vom linken Ufer mit seinen Kiesböden perfekt – das feste Tannin liebt Fett und Röstaromen.