Boden

Granit

auch: Granitboden, Urgestein

Granit ist ein hartes, leicht saures Urgestein, das karge, gut drainierte Böden bildet und Weine mit klarer Frucht und feiner, fast salziger Würze hervorbringt.

Steckbrief

Typische Regionen
Beaujolais, nördliche Rhône, Wallis
Wirkung auf den Wein
Klar, geradlinig, frisch, feine salzige Würze
Typische Sorten
Gamay, Syrah, Petite Arvine
Entstehung
Erstarrtes Magma, verwittert zu sandigem Boden
Wasserhaushalt
Sehr gut drainiert, hält wenig Wasser

Granit ist erstarrtes Magma und damit eines der ältesten Gesteine, auf denen Reben überhaupt wachsen. Er verwittert zu grobem, sandigem Boden, der Wasser kaum hält und arm an Nährstoffen ist. Die Rebe muss sich anstrengen, bildet kleinere Beeren und liefert dafür Weine mit Konzentration und Spannkraft.

Im Glas zeigen Granitweine oft eine glasklare, präzise Frucht, eher wenig Opulenz und eine feine, manchmal fast salzig wirkende Würze. Weil der Boden leicht sauer ist, behalten die Weine auch in warmen Jahren eine schöne Frische. Granit gilt deshalb als Boden für Puristen: nichts Breites, nichts Schweres, dafür viel Trinkfluss und Energie.

Die bekanntesten Granitlagen liegen im Beaujolais, wo Gamay auf Granit seine besten Resultate erzielt, und an der nördlichen Rhône, wo Syrah auf steilen Granitterrassen wächst. Auch das Wallis hat Granit- und Gneisanteile in seinen Hanglagen, etwa rund um Fully, wo Petite Arvine davon profitiert. Merk dir als Faustregel: Granit gibt dem Wein Geradlinigkeit und Zug, nicht Masse.

Im Alltag

Ein leicht gekühlter Gamay aus einer Granit-Lage im Beaujolais ist ein perfekter Sommer-Rotwein für den Grillabend – mit 14 °C serviert ein sicherer Wert.