Rioja
auch: La Rioja
Die Rioja in Nordspanien ist das klassischste Rotweingebiet des Landes: Tempranillo, lange Fassreife und Weine, die trinkreif in den Verkauf kommen.
Steckbrief
- Land
- Spanien
- Klima
- Mischung aus atlantisch und mediterran, von Bergen geschützt
- Leitsorten
- Tempranillo, Garnacha, Graciano, Viura
- Bekannt für
- Fassgereifte Rote, Stufen Crianza/Reserva/Gran Reserva
- Böden
- Kalkhaltiger und eisenhaltiger Ton
Die Rioja liegt im Norden Spaniens am Oberlauf des Ebro, geschützt von der Sierra de Cantabria, die atlantische Regenwolken abhält. Das Klima mischt atlantische Frische mit mediterraner Wärme – ideal für Tempranillo, die Leitsorte, die hier mit Garnacha, Graciano und Mazuelo verschnitten wird. Die Böden wechseln zwischen kalkhaltigem Ton in den höheren Lagen der Rioja Alta und Alavesa und eisenhaltigem Ton sowie Schwemmland in der wärmeren Rioja Oriental.
Berühmt wurde die Region im 19. Jahrhundert, als Bordeaux-Händler nach der Reblauskatastrophe hier Wein suchten und die Fassreifung im Barrique mitbrachten. Daraus entwickelte die Rioja ihre eigene Handschrift: lange Reifung in amerikanischer Eiche, die Vanille-, Kokos- und Dill-Noten gibt. Die Reifestufen stehen auf dem Etikett – Crianza (mindestens zwei Jahre Reife, davon eines im Fass), Reserva und Gran Reserva mit nochmals deutlich längeren Zeiten. Du kaufst also Weine, die der Keller des Weinguts schon trinkreif gemacht hat.
Klassische Rioja duftet nach getrockneten Kirschen, Leder, Tabak und süsslicher Würze – samtig und mild im Tannin. Daneben wächst eine moderne Stilrichtung mit dunklerer Frucht und französischer Eiche. Zu gegrilltem Lamm, Serrano-Schinken oder gereiftem Manchego ist ein Reserva ein fast garantierter Treffer.
Im Alltag
Beim Tapas-Abend zu Hause: Stell einen Rioja Crianza auf den Tisch – mild genug für Schinken und Käse, würzig genug für Chorizo, und meist unter zwanzig Franken zu haben.