Schiefer
auch: Schieferboden, Tonschiefer
Schiefer ist ein dunkles, plattiges Gestein, das Sonnenwärme speichert und nachts wieder abgibt – ideal für Riesling in kühlen Steillagen wie an der Mosel.
Steckbrief
- Typische Regionen
- Mosel, Wallis (Terrassenlagen), Priorat
- Wirkung auf den Wein
- Straff, würzig, rauchig-steinige Noten, langlebig
- Typische Sorten
- Riesling, Syrah
- Besonderheit
- Dunkles Gestein speichert Tageswärme für die Nacht
- Entstehung
- Verpresster Ton, feinblättrig brechend
Schiefer entsteht, wenn Tonablagerungen unter Druck zu einem feinblättrigen Gestein gepresst werden. Die dunklen Platten zerbrechen leicht, deshalb bestehen Schieferweinberge oft aus losem Geröll, in dem die Rebwurzeln tief nach Wasser und Nährstoffen suchen müssen. Genau dieser Stress macht die Weine konzentriert und ausdrucksstark.
Der grosse Trumpf des Schiefers ist seine Wärmespeicherung: Die dunkle Oberfläche heizt sich tagsüber an der Sonne auf und gibt die Wärme nachts an die Reben zurück. In kühlen Klimazonen verlängert das die Reifezeit der Trauben entscheidend. Darum funktionieren die steilen Schieferlagen an der Mosel so gut, obwohl die Region eigentlich am Limit des Weinbaus liegt. Riesling von Schiefer zeigt oft rauchige, fast feuersteinartige Noten neben Zitrus- und Pfirsicharomen.
Neben der Mosel findest du Schiefer auch im Priorat in Spanien und in Teilen des Wallis, wo die Trockenmauern vieler Rebterrassen aus genau diesem Gestein gebaut sind. Weine von Schiefer wirken meist straff, würzig und langlebig, mit einer kühlen, steinigen Aromatik, die Fans gerne mit «nassem Stein nach dem Regen» vergleichen.
Im Alltag
Suchst du einen Riesling mit Spannung und rauchiger Würze, greif zu einer Mosel-Flasche mit dem Hinweis «Schiefer» – im Fachhandel steht das oft direkt auf der Etikette.