Löss
auch: Lössboden, Loess
Löss ist vom Wind abgelagerter, feiner Eiszeitstaub – ein tiefgründiger, fruchtbarer Boden, der saftige, weiche und früh zugängliche Weine begünstigt.
Steckbrief
- Typische Regionen
- Österreich (Wagram, Kremstal), Rheinhessen, Kaiserstuhl
- Wirkung auf den Wein
- Saftig, weich, reife Frucht, früh zugänglich
- Typische Sorten
- Grüner Veltliner, Riesling, Burgundersorten
- Entstehung
- Vom Wind verwehter Gesteinsstaub aus den Eiszeiten
- Wasserhaushalt
- Tiefgründig, speichert Wasser gut
Löss ist ein Kind der Eiszeiten: Als die Gletscher schmolzen, blies der Wind feinsten Gesteinsstaub über das Land und lagerte ihn in mächtigen, gelblichen Paketen ab – an manchen Orten mehrere Dutzend Meter dick. Der Boden ist locker, kalkhaltig und so standfest, dass man früher ganze Keller direkt hineingegraben hat.
Für die Rebe ist Löss ein bequemes Zuhause. Er speichert Wasser gut, ist tiefgründig durchwurzelbar und reich an Nährstoffen. Die Weine geraten entsprechend grosszügig: saftig, weich, mit reifer Frucht und eher milder Säure. Sie sind meist früh trinkreif und unkompliziert zugänglich – weniger Drahtseilakt, mehr Umarmung. Winzer schätzen Löss besonders für kräftigere Weissweine.
Die Paradeheimat des Lösses ist Österreich: In Wagram, Kremstal und Kamptal wächst Grüner Veltliner auf Löss zu würzigen, pfeffrigen Weinen heran. Auch in Deutschland, etwa in Rheinhessen und am Kaiserstuhl, spielt Löss eine wichtige Rolle. In Lagen, wo Löss und Urgestein nebeneinanderliegen, kannst du wunderbar vergleichen: Vom Löss kommt der rundere, vom Fels der straffere Wein – gleiches Klima, anderer Charakter.
Im Alltag
Für einen unkomplizierten, saftigen Weisswein zum Znacht greif zu einem Grünen Veltliner von Lössböden aus Österreich – mit 10 °C serviert ein zuverlässiger Allrounder.