Nebbiolo
auch: Spanna, Chiavennasca
Nebbiolo ist die grosse Traube des Piemonts und Basis von Barolo und Barbaresco: hell in der Farbe, aber mit gewaltigem Tannin, hoher Säure und Duft nach Rosen und Teer.
Steckbrief
- Farbe
- Rot
- Aromen
- Rose, Teer, Kirsche, Lakritze, mit Reife Trüffel
- Körper
- Mittel bis kräftig
- Tannin
- Sehr hoch
- Säure
- Hoch
- Hauptgebiete
- Piemont (Barolo, Barbaresco), Veltlin
Geschmacksprofil
- Körper
- Säure
- Tannin
- Süsse
- Alkohol
Nebbiolo verdankt seinen Namen vermutlich dem «nebbia», dem Herbstnebel, der die Hügel des Piemonts zur späten Ernte dieser Sorte einhüllt. Sie reift extrem spät, ist wählerisch bei Lage und Boden und gedeiht praktisch nur in ihrer Heimat – Versuche in Übersee scheitern meist. Im nördlichen Piemont heisst sie «Spanna», im lombardischen Veltlin gleich hinter der Schweizer Grenze «Chiavennasca».
Nebbiolo ist die grosse Täuschung im Glas: Die Farbe ist hell, fast wie bei einem Pinot Noir, oft mit orangem Rand – doch dahinter warten mächtige Tannine und eine markante Säure. Dazu kommt ein betörendes Bouquet, das Kenner mit «Teer und Rosen» beschreiben: getrocknete Rosenblüten, Kirsche, Lakritze, mit der Reife Trüffel und Leder. Berühmt wird die Sorte in den Lagen von Barolo und Barbaresco, deren Weine Jahrzehnte reifen können.
Jung getrunken kann Nebbiolo schroff wirken. Gib ihm Reife, Luft im Dekanter – und vor allem Essen: Zu Brasato, Trüffelrisotto oder reifem Käse verwandelt sich das strenge Tannin in Struktur. Ein Wein für Geduldige, der die Geduld fürstlich belohnt.
Im Alltag
Ein junger Barolo solo am Apéro ist verschenkt. Öffne ihn zwei Stunden vorher, dekantiere ihn und serviere ihn zu Schmorgericht oder Risotto – erst mit Essen zeigt Nebbiolo seine Klasse.